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Sonderausstellung des Gutenberg-Museums zeigt Druckgrafiken des 20. Mainzer Stadtdruckers Tobias Gellscheid

“Nocturne”, (Tobias Gellscheid, 2015) © Gutenberg-Museum/Tobias Gellscheid

 

„Road to Nowhere – Druckgrafiken von Tobias Gellscheid“  heißt die neue Ausstellung, die pnademiebedingt jetzt erst am 19. Januar 2022 eröffnet wurde. Diese Schau zeigt einen repräsentativen Querschnitt durch das Werk des von 2018 bis 2019 amtierenden Mainzer Stadtdruckers und ist von 20. Januar bis 22. Mai 2022 zu sehen.

Der renommierte Mainzer Stadtdruckerpreis ist mit einer Einzelausstellung im Gutenberg-Museum verbunden und würdigt herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Druckgrafik. Die Arbeiten Gellscheids fokussieren sich auf die Popkultur als Phänomen der westlichen Nachkriegsgesellschaften und konzentrieren sich dabei auf deren ursprünglichste Präsenz in den 1950er und 1960er Jahren. Dabei sind Holz- und Linolschnitt sowie der Holzstich die bevorzugten technischen Medien des 1983 geborenen Künstlers.

Der in Pößneck geborene Gellscheid erlernte in Flensburg das Handwerk der Holzbildhauerei und arbeitete bis zu seinem Studium an der Kunsthochschule Burg Giebrichstein in Halle (Saale) als freischaffender Holzbildhauer und später als Restaurator. Im Jahr 2015 absolvierte er auf der Burg sein Diplom bei Prof. Thomas Rug in der Studienrichtung Grafik.

Nachdem das Gutenberg-Museum eine Auswahl der Werke von Tobias Gellscheid auf der art KARLSRUHE in einer spannenden Kabinett-Ausstellung präsentiert hat, freut sich Museumsdirektorin Dr. Annette Ludwig nun eine Auswahl des Gesamtwerks des Künstlers im Gutenberg-Museum zeigen zu können:

„Dass wir nun auch aktuellste Arbeiten des Künstlers präsentieren können, die während der Pandemie entstanden sind, empfinde ich als besondere Bereicherung.“

Pandemiebedingt kann nur eine begrenzte Anzahl an Gästen teilnehmen. Aus diesem Grund ist eine Anmeldung per Mail unter besuch.gm@stadt.mainz.de oder telefonisch unter 06131 / 12 3411 erforderlich. Der Besuch ist nur unter Vorlage eines 2 G-Nachweises möglich.

Ansprechpartnerinnen: Dr. Annette Ludwig, Direktorin,
Tel. 06131 / 12 26 40, E-Mail: gutenberg-museum@stadt.mainz.de Martina Illner, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Tel. 06131 / 12 26 79, E-Mail: martina.illner@stadt.mainz.de

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In Mainz gedruckte Noten erober(te)n die Welt. Verlängerung der Ausstellung bis 9. Januar 2022

Quelle: Gutenberg-Museum Mainz

Nach dreimaliger coronabedingter Verschiebung und Neuorganisation konnte die schon für 2020 geplante Sonderausstellung „Noten für die Welt“ am 15. Juli eröffnet werden. Aufgrund des großen Besucherinteresses wurde jetzt entschieden, die Ausstellung bis 9. Januar 2022 zu verlängern. Mit der Schau, die einen Bogen spannt von den Neumen des Mittelalters bis hin zu den Notationen des 20. und 21. Jahrhundert, würdigt das Gutenberg-Museum das 250-jährige Jubiläum des Mainzer Schott-Verlags, das 2020 feierlich begangen werden sollte. Die Schau gibt mit einem Abriss der Notationsgeschichte  einen Überblick über wichtige Stationen der 250-jährigen Geschichte des Schott-Verlages, der 1770 von Bernhard Schott in Mainz gegründet wurde und heute als einer der ältesten und traditionsreichsten Musikverlage der Welt gilt.

Vor 250 Jahren gründete Bernhard Schott 1770, dem Geburtsjahr Ludwig van Beethovens, in Mainz den Schott-Verlag, der heute zu den ältesten und traditionsreichsten Musikverlagen der Welt zählt. Gezeigt werden neben Highlights aus dem Archiv des Schott-Verlags hochkarätige Leihgaben aus dem Germanischen Museum Nürnberg und der Bayrischen Staatsbibliothek.

In den Exponaten spiegeln sich die Wegmarken europäischer Musikgeschichte ebenso wider wie wichtige Stationen der Notationsgeschichte”,

sagt Prof. Maria Linsmann-Dege, die die Ausstellung inhaltlich erarbeitet hat. Angeregt durch Dr. Annette Ludwig war ein kleines Team des Gutenberg-Museums mit der Organisation und Realisierung dieser Ausstellung befasst.

Aus druckhistorischer Sicht ist der Schott-Verlag auch deshalb interessant, weil er schon ein Jahr nach Alois Senefelders Erfindung der Lithografie das neue Verfahren des Flachdrucks für den Musiknotendruck eingeführt hat. So lesen wir auf der Website des Verlages:

Im Jahr 1780 erhielt Bernhard Schott vom Erzbischof und Kurfürsten Friedrich Karl Joseph von Erthal das in Mainz erstmals verliehene „Privilegium exclusivum“ und das Prädikat „Hofmusikstecher“. Damit war eine wichtige Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg des jungen Unternehmens geschaffen, denn es bedeutete, dass innerhalb des Kurfürstentums niemand die von ihm hergestellten Musikwerke nachstechen oder verkaufen durfte. Ab 1799 benutzte Schott als einer der ersten Musikverleger das um 1796 entwickelte Vervielfältigungsverfahren der Lithographie, so dass seine Noten bald in einer hohen Auflage gedruckt und verbreitet werden konnten.

https://de.schott-music.com/about/history

Als Augenschmaus gibt es in der Ausstellung die Originalpartitur von Richard Wagners Die Meistersinger von Nürnberg aus dem Jahre 1866/67 zu sehen, die als Leihgabe des Gemanischen Nationalmuseums in Nürnberg dem Gutenberg-Museum zur Verfügung gestellt wurde. Ergänzt werden die ausgewählten Exponate durch Hörbeispiele als zuätzlichen Ohrenschmaus.

Die Grußworte zur Eröffnung der Ausstellung können auf der Website des Museums www.gutenberg-museum.de digital erlebt werden.

Zu sehen ist die Ausstellung im Gutenberg-Museum, Weltmuseum der Druckkunst, Liebfrauenplatz 5, D-55116 Mainz.

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Wie das Bild ins Buch kommt. Eine Sonderführung zum „Wochenende der Grafik“ im Gutenberg-Museum in Mainz

 

Martin Luther: Auslegung der Episteln und Evangelien vom Advent an bis auf Ostern, Wittenberg: Hans Lufft, 1530, GM-Ink 9,2

 

Wenn in zahlreichen Museen und grafischen Sammlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz das „Wochenende der Grafik“ ansteht, ist auch das Gutenberg-Museum wieder mit dabei: Am Samstag, 13. November, 11.15 Uhr, führt Ulla Reske, M.A. durch das Weltmuseum der Druckkunst, um die zahlreichen im Hochdruck hergestellten Arbeiten im Ausstellungsgebäude vorzustellen.

Alljährlich demonstrieren Museen in Veranstaltungen des „Netzwerks Graphische Sammlungen“, dem auch das Gutenberg-Museum angehört, an einem Wochenende im November, welche Schritte nötig sind, um von einem Künstlerentwurf zum fertigen Druckprodukt zu kommen und warum man in der Buchillustration „Äpfel nicht mit Birnen vergleichen“ kann. Auch im Gutenberg-Museum sind gezeichnete, aquarellierte oder mit druckgrafischer Technik hergestellte Grafiken ausgestellt. Johannes Gutenberg, dem das Weltmuseum der Druckkunst gewidmet ist, ist für seine Erfindung des Druckens mit beweglichen Lettern aus Metall berühmt. Doch in seinen Bibeln sind farbige Zeichnungen und Initialen zu finden, die nach dem Druck in individueller Handarbeit von Illustratoren eingefügt wurden und damit jede Ausgabe zu einem Unikat machen.

 

 

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Die Lithografie im “langen Jahrhundert” zwischen Revolution und Krieg. Dem Erfinder der Lithografie Alois Senefelder zum 250ten Geburtstag

Kupferstich und Lithographie raufen. Henri Daniel Plattel. Lithografie von A. Fournier

 

Alois Senefelder, der Erfinder der Lithografie, wäre heute 250 Jahre alt geworden. Dies nehmen wir zum Anlass, um im Jahre 2022 den technik- und kulturgeschichtlichen Spuren der Lithografie von ihren Anfängen bis zum Ende des „langen Jahrhunderts“ (1789 bis 1914) mit mehreren geplanten Blog-Beiträgen zu folgen. „Die Lithografie im langen Jahrhundert zwischen Revolution und Krieg“ ist der gemeinsame Titel, unter dem die Einzelbeiträge stehen. Die ab Mai 2022 geplanten Blog-Beiträge stehen auch in Zusammenhang mit der Jahrestagung 2022 des IADM e.V. vom 16. bis 19. Juni in Eichstätt, die dem Thema “Der Stein des Senefelder: ein druckgeschichtliches Kulturerbe” gewidmet ist.

Zu Lebzeiten von Alois Senefelder dominierten in Europa seit mehr als 300 Jahren Holzschnitt, Kupferstich und Radierung den Bildermarkt für gedruckte Kunst und gedruckte Buchillustrationen. Im Hochdruck und Tiefdruck wurden gedruckte Bilder entweder durch erhabene oder tiefliegende Reliefstrukturen bestimmt. Alois Senefelder erfand den Bilderdruck neu und befreite ihn durch das Flachdruckverfahren der Lithografie vom Primat der Linie. Im Alter von 25 Jahren wird Senefelder, ein künstlerischer und zeichnerischer Laie, ungewollt zum Erfinder dieses neuen druckgrafischen Verfahrens für die Vervielfältigung handgeschriebener Texte und des Bildes.

Als Sohn einer Schauspielerfamilie in Prag geboren, studiert er auf Geheiß seines Vaters, Peter Senefelder, die Juristerei in Ingoldstadt. An seiner eigentlichen Liebe zum Theater und dem Schreiben von Theaterstücken kann der erfolgreiche Abschluss seines wohl eher ungeliebten Studiums nichts ändern. So versucht er sich zuerst vergeblich als Schauspieler zu profilieren, aber sein Talent reicht nicht aus. Als es ihm auch nicht gelingt, Verleger für seine Theaterstücke zu finden, entschließt er sich, selbst zum Verleger zu werden, was ohne Bleilettern, Druckerpresse und Geld in damaliger Zeit allerdings ein schwieriges Unternehmen ist. So wird er ungewollt zum „Quereinsteiger“ in die druckgrafischen Verfahren des Bilderdrucks, obwohl es ihm zunächst nur darum ging, zu Gutenbergs teuren Bleisatzlettern eine Alternative zu erfinden: Dazu schreibt er in seinem 1818 veröffentlichten Lehrbuch der Lithografie und des Steindrucks:

„Ich wollte nämlich gewöhnliche Buchdruckerschrift ganz genau und zwar verkehrt nachschreiben lernen. Wenn ich einmal hierin die gehörige Geschicklichkeit hätte, dachte ich dieselbe auf eine nach gewöhnlicher Art mit Ätzgrund überzogene Kupferplatte mit einer elastischen Stahlfeder zu schreiben, sodann mit Scheidewasser (Salpetersäure, Anmerk. des Verfassers) einzuätzen und beim Kupferdrucker abdrucken zu lassen.[1]

Von dem Gedanken getrieben, sein eigener Verleger zu werden, entfaltet sich Senefelders unermesslicher Erfindergeist. Zwischen 1796 und 1798 erfindet er 25 verschiedene „Manieren“, um auf einem glatt geschliffenen Kalkstein aus Solnhofen mit einer selbst erfundenen lithografischen Tinte zu schreiben und zu zeichnen, um von diesem Stein drucken zu können. Er erfindet eine revolutionäre handwerkliche Technik, deren Vorteil gegenüber Holzschnitt, Kupferstich und Radierung vor allem ihre „Wohlfeilheit“ ist, mit der sich die Bildnachfrage des Bürgertums nach Bildern für unterschiedliche soziale Schichten befriedigen lässt. Die Zeit der napoleonischen Koalitionskriege ist einerseits geprägt vom Geist der Aufklärung und andererseits vom Geist der Restauration und geistigen Verklärung. In diesem Zeitgeist wird die Lithografie noch vor der Erfindung der Fotografie zu einem Medium, das der Bildpublizistik und der Farbigkeit der Druckgrafik maßgeblich einen Impetus gibt. Die Lithografie bleibt im Unterschied zum Holzschnitt, dem Kupferstich und der Radierung resistent gegenüber dem nächsten neuen Medium, der Fotografie, weil sie mit der fotografischen Technik eine Symbiose eingehen konnte, die selbst die Digitalisierung der Bilder und ihrer Verbreitung überdauert hat.

  1. Alois Senefelder. Lehrbuch der Lithographie und des Steindrucks; S. 5
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Die Briefkultur im Internetzeitalter vor dem Hintergrund von 2000 Jahren schriftlicher Kommunikationsgeschichte

 

Dr. Annette Nünnerich-Asmus, Dr. Annette Ludwig und Dr. Erwin Kreim bei einer Veranstaltung auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse
Bildrechte: Gutenberg-Museum, Mainz

 

Vortragsveranstaltung im Gutenberg-Museum in Mainz

Mittwoch, 3. 11. 2021, um 18 Uhr

Gibt es im Internetzeitalter noch eine Briefkultur? Und was versteht man unter Netiquette? Diesen Fragen gehen der Sammler Dr. Erwin Kreim, die Museumsdirektorin Dr. Annette Ludwig und Verlegerin Dr. Annette Nünnerich-Asmus bei dieser Veranstaltung im Gutenberg-Museum nach.

Unter dem Titel „Briefkultur im Internetzeitalter — Netiquette” wird aus Anlass der Museumspublikation „Bestseller – Briefsteller. Die Sammlung Kreim“, ein Blick auf die Geschichte der schriftlichen Kommunikation geworfen. Anhand der einzigartigen Briefsteller-Sammlung des Gutenberg-Museums beleuchten die „Macher“ der Publikation die Kultur des Briefeschreibens und klären, was unter Netiquette zu verstehen ist. Marie-Christin Stabel wird dazu kurze Textpassagen aus dem Band rezitieren.

Wer auf bibliophile Entdeckungsreise gehen möchte, erhält mit dem vom Gutenberg-Museum herausgegebenen Werk „Bestseller – Briefsteller. Die Sammlung Kreim“ einen umfassenden Überblick über sechs Jahrhunderte Kommunikationshistorie.

Der Band stellt den Auftakt der neuen Schriftenreihe „Verborgene Schätze des Gutenberg-Museums“ dar, die in loser Folge Einblicke in die reichen Sammlungsbestände des Gutenberg-Museums geben soll.

 

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Von Gutenberg zu Goethe: Dr. Annette Ludwig verlässt das Gutenberg-Museum und geht nach Weimar

Die Direktorin Dr. Annette Ludwig verlässt 2022 das Gutenberg-Museum Mainz. (Foto: Klassik Stiftung Weimar)

Anlässlich des 500. Geburtstags von Johannes Gutenberg, dem Erfinder der Typografie, gründeten die Bürger der Stadt Mainz im Jahre 1900 das Gutenberg-Museum, um dessen Erfindung einem breiten Publikum bekannt zu machen. Die Eröffnung eines der ersten Druckmuseen der Welt fand am 23. Juni 1901 statt. Seit 2010 ist die Kunsthistorikerin Dr. Anette Ludwig mit viel Engagement und Kreativität dabei, das kulturelle Erbe Johannes Gutenbergs zeitgemäß in unsere digital gewordene Gegenwart zu transformieren, um so die kulturelle Erinnerung an Gutenberg zu erhalten.

„Wir wollen ein lebendiges Museum werden, Maschinen zum Sprechen bringen, neue Elemente integrieren“

sagte Dr. Annette Ludwig seinerzeit gegenüber der Internet-Zeitung Mainz&. Nun verlässt sie das Gutenberg-Museum und folgt einem Ruf in die Goethe-Stadt Weimar, wo sie voraussichtlich ab Frühjahr 2022 Direktorin der 21 Museen der Klassik Stiftung Weimar wird. Wir gratulieren ihr dazu. Ein großer persönlicher Erfolg für Dr. Annette Ludwig und ein herber Rückschlag für den Neubau des Gutenberg-Museum in Mainz.

Als die engagierte Initiative von Dr. Annette Ludwig für den Neubau und die Neukonzeption des Gutenberg-Museums im Februar 2016 zu dem aus einem Architektenwettbewerb hervorgegangenen Plan für einen Museumsneubau mit modern gestalteten Bibelturm quasi unter Dach und Fach war, bewirkte 2018 ein Bürgerentscheid der Mainzer Bürger die Politik der Stadt Mainz dazu, die Pläne erst einmal auf Eis zu legen. Hatten 118 Jahre zuvor Mainzer Bürger dem Weltmuseum zu seiner Gründung verholfen, so verhalfen sie ihm jetzt zu einem vorläufigen Ende. Doch Dr. Annette Ludwig ließ sich nicht entmutigen und kämpfte weiter. Jetzt, 2021, steht ihr “Herzensprojekt” erneut am Start und wartet auf seine Realisierung. Aber an der Stelle war die Stadt Mainz vor drei Jahren ja schon einmal.

Nicht zuletzt ihr unermüdlicher Kampf für die Rettung des kulturellen Erbes Gutenbergs in die digitale Zeit hat Dr. Annette Ludwig schließlich zu Goethe nach Weimar geführt, denn in einer Presseerklärung der Klassik Stiftung Weimar heißt es:

„Mit Annette Ludwig gewinnt die Klassik Stiftung Weimar eine profilierte Museumsmanagerin, die gattungsübergreifende Erfahrungen aus den Bereichen des Sammelns, Forschens und Vermittelns mitbringt. Seit Mai 2010 ist sie Direktorin des Gutenberg-Museums in Mainz und prägt das Profil des „Weltmuseums der Druckkunst“ nicht nur durch einen strukturellen Innovationskurs, der die Erschließung des Themas Bauhaus in Rheinland-Pfalz einschließt, sowie die Initiative für die baulichen, inhaltlichen, szenografischen und trägerschaftlichen Vorbereitungen eines Museumsneubaus, sondern auch als Kuratorin für das 19. bis 21. Jahrhundert mit international beachteten Sonderausstellungen zu Typografie, Buchkunst und Druckgrafik.“

Ausführlichere Informationen zum Wechsel von Annette Ludwig von Mainz nach Weimar gibt es auf dem Podcast des SWR 2 zur Kultur aktuell und der Internetzeitung für Mainz .

 

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Wie Noten aufs Papier kommen zeigt das Gutenberg-Museum in Mainz

Notenstichvorführung im Gutenberg-Museum in Mainz

Im Rahmen seiner Ausstellung „Noten für die Welt,“ die noch bis zum 7. November in Mainz zu sehen ist, zeigt das Gutenberg-Museum am 30. September 2021 um 16 Uhr die Technik des Notenstichs live. Peter Gass-Domes, gelernter Notenstecher und langjähriger Mitarbeiter des Musikverlags  Schott, führt anlässlich des 250-jährigen Jubiläums des Mainzer Schott-Verlags diese spannende Technik vor.

Der Notenstich ist ein Tiefdruckverfahren und wurde bis ins späte 20. Jahrhundert angewandt. Er erfordert das spiegelverkehrte Einschlagen jeder einzelnen Note in Metall. Dieses alte und bedrohte Verfahren des Notenstichs bekam ab etwa 1798 Konkurrenz durch die von Alois Senefelder erfundene Lithografie, bei der die Noten spiegelverkehrt mit Feder und Tinte auf einen Litho-Stein  geschrieben wurden, die anschließend im Flachdruckverfahren gedruckt wurden. Beide handwerklichen Techniken sind heute durch computergestützte Satz- und Drucktechniken völlig verschwunden. Die Gäste bekommen einen einzigartigen Einblick in das alte, bedrohte und verschwindende Handwerk des Notenstichs. Für die Führung ist lediglich der Museumseintritt zu entrichten. Es ist eine Anmeldung erforderlich unter Telefon 06131/123411 oder per Mail

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Peter Neumann, eine wichtige Persönlichkeit der Druckgeschichte, ist verstorben

Peter Neumann (Foto Sivia Werfel)

Immer engagiert in der Welt des Drucks, der Schrift und der Gestaltung war er ein Leben lang beruflich und ehrenamtlich unterwegs. Am 7. August 2021 verstarb im Alter von 94 Jahren Peter Neumann, dessen kritische und gleichzeitig konstruktive Stimme uns nicht nur im IADM fehlen wird.

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Anmeldung zur Fachtagung und Migliederversammlung des IADM am 2. Oktober 2021 nicht vergessen!

Die diesjährige Fachtagung zum Thema “Bucheinband” und die Mitgliederversammlung des IADM findet online statt und ist kostenlos. Eine rechtzeitige vorherige Anmeldung per E-Mail ist jedoch unbedingt erforderlich. Nähere Informationen zur Fachtagung und zur Anmeldung finden Sie hier.

Willkommen auf  den Blog

 

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Veranstaltungen im Museum für Druckkunst in Leipzig

Museum für Druckkunst Leipzig. Quelle: https://www.druckkunst-museum.de

Das Druckmuseum in Leipzig gibt bekannt, dass noch bis zum 12.9.  die Ausstellungen „RevierWechsel“, „Ton – Holz – Blei“ und „From Futura to the Future“ zu sehen sind. Zum Abschluss von „RevierWechsel“ finden verschiedene Veranstaltungen statt.

Ab 6.9. ist der Drucksaal des Museums wieder Schauplatz von „Let’s print in Leipzig“. Bereits zum vierten Mal nutzen neun internationale Künstlerinnen und Künstler zwölf Tage die Werkstätten des Museums und Sie können ihnen dabei über die Schulter schauen. Eine anschließende Ausstellung präsentiert ab 19.9. die Ergebnisse. In den kommenden Monaten können Sie außerdem unsere Artists in Residence erleben. Fünf Künstler/innen arbeiten jeweils vier Wochen an den Pressen des Museums. Eine Ergebnisausstellung folgt im Frühjahr 2022.
Es lohnt sich auch ein Blick in unseren Kalender, um Führungen oder Workshops nicht zu verpassen, zum Beispiel am Tag es offenen Denkmals am 12.9.

Veranstaltungen zum Abschluss von “Revierwechsel”

7.9., 15 Uhr  Führung 60+ (halber Eintritt für Besuchende ab 60 Jahren)

10.9., 18–20 Uhr
Trinationales Künstler/innengespräch und Finissage (Eintritt frei, bitte anmelden)
Es diskutieren: Aafke Ytsma und Wendelien Schönfeld (NL), Sebastian Utzni und Georges Wenger (CH), Susann Hoch und Bettina van Haaren (D), Moderation: Susanne Richter (Museum für Druckkunst) und Imke Harjes (Bund Bildender Künstler Leipzig).
Künstlerische Druckgrafik hat in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden eine lange Tradition. Im aktuellen Kunstgeschehen der drei Länder ist ihre Rolle jedoch sehr unterschiedlich. Wohin entwickelt sich die Druckgrafik in den nächsten Jahren? Welche Themen sind in den drei Ländern gerade virulent? Welchen Stellenwert hat die Druckgrafik im eigenen künstlerischen Schaffen? Diese und andere Fragen werden im trinationalen Künstler/innen-Gespräch diskutiert. Fragen aus dem Publikum sind herzlich willkommen.

Weitere Termine

Jeden Dienstag, 14–17 Uhr: Offene Werkstatt Letterpress, Infos

Jeden Donnerstag, 14–17 Uhr: Offene Werkstatt Radierung, Infos

The New Old – Hochdruck-Workshop mit Dafi Kühne

25.9., 10–17 Uhr, Infos
Im Rahmen des Busyhandsfest.

Let’s print in Leipzig 4

Öffentlicher Workshop: 6.–17.9.
Ausstellungsdauer: 19.9.–14.11.2021
Soft Opening am 17.9., 17–20 Uhr, Infos

36. Leipziger Grafikbörse. hortus secretus – der geheime Garten

10.10.–21.11.2021
Soft Opening am 8.10., 17–20 Uhr, Infos

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“Überzeugungsarbeit und Stehvermögen” — Günter Gerhard Lange und der Fotosatz bei der H. Berthold AG

 

Das Fotosatzgerät “Diatype” der H.Berthold AG. Foto:Industriemuseum.de

 

Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg löst mit seiner Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern und Druckerpresse ab 1450 die erste Medienrevolution aus. Knapp 500 Jahre später bahnt sich im Nachkriegsdeutschland mit der Entwicklung des Fotosatzes ein weiterer elementarer Umbruch der Satzherstellung an. Die H. Berthold AG wird die erste Schriftgießerei Europas, die den Fotosatz aufnimmt. Motor dieser Entwicklung bei Berthold sind zwei Personen. Einer davon ist Direktor Carl Graumann, dazu im Folgenden mehr – der andere der spätere künstlerische Leiter Günter Gerhard Lange (1921—2008). GGL, so sein bekanntes Kürzel, wäre am 12. April 2021 100 Jahre alt geworden: ein Grund mehr, einen genaueren Blick auf diese Übergangszeit vom Blei- zum Fotosatz und seiner Rolle in dieser umwälzenden Entwicklung zu werfen. Einer Zeit, die GGL rückblickend als die schwierigste Zeit bei Berthold mit vielen Widerständen, Misstrauen und Vorurteilen in einem eher konservativen Gewerbe bezeichnet hat und sich dennoch mit vollster Überzeugungskraft dafür einsetzte.

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Mainzer Stadtwerke unterstützen die “Internationale Gutenberg-Gesellschaft Mainz e. V.” mit großzügiger Spende zu ihrem 120ten Gründungstag

Spendenübergabe

Spendenübergabe der Mainzer Stadtwerke

Pressemitteilung des Gutenberg-Museums Mainz

Am 23. Juni 1901 und damit vor genau 120 Jahren wurde die „Internationale Gutenberg-Gesellschaft in Mainz e. V.“ gegründet. Seither verfolgt die Gesellschaft zwei bedeutende Ziele: Die Erforschung der Geschichte und Entwicklung der Drucktechnik und der schriftorientierten Medien sowie die ideelle und finanzielle Förderung des Gutenberg-Museums.

1971, also vor genau 50 Jahren, wurde der städtische Eigenbetrieb Stadtwerke Mainz zu einer Aktiengesellschaft – damals noch unter dem Namen Stadtwerke Mainz AG. Angesichts der Corona-Pandemie hat das inzwischen in Mainzer Stadtwerke AG umfirmierte kommunale Unternehmen im laufenden Jahr auf Festakte und große öffentliche Feierlichkeiten verzichtet. Stattdessen möchten die Mainzer Stadtwerke die wichtige Arbeit der Gutenberg-Gesellschaft und damit auch die des Gutenberg-Museums anlässlich deren 120. Geburtstages finanziell im größeren Rahmen unterstützen.

Oberbürgermeister Michael Ebling in seiner Funktion als Präsident der Gutenberg-Gesellschaft, Vizepräsident Prof. Stephan Füssel, die Direktorin des Gutenberg-Museums, Dr. Annette Ludwig, und der Stadtwerke Vorstandsvorsitzende Daniel Gahr stellten den Medien heute bei einem Presse- und Fototermin im Gutenberg-Museum Einzelheiten der Kooperation vor. Daniel Gahr überreichte dabei einen symbolischen Scheck über 100 000 Euro an den Verein und die Verantwortlichen des Museums.

In der Druckwerkstatt gab es außerdem eine Druckaktion: Die Verantwortlichen der Gutenberg-Gesellschaft, des Gutenberg-Museums und der Stadtwerke druckten dabei auf einer historischen Presse das markante „M“, seit 2016 das Firmenlogo der Mainzer Stadtwerke. Daniel Gahr: „Wir sind seit vielen Jahrzehnten fest verwurzelt in der Stadt Mainz. Dabei sind wir längst mehr als ein Wasser- und Energieversorger oder Mobilitätsanbieter. Wir tragen unseren Teil zum Klimaschutz sowie einem nachhaltigeren Leben in dieser Stadt bei und schauen bei unserem Engagement auch über den Tellerrand von Mainz hinaus: Vor wenigen Wochen haben wir 100 000 Euro den Flutopfern in Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellt, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen dort für weitere Aufbauhilfe zur Verfügung. Wir engagieren uns in gemeinnützigen Stiftungen, unterstützen Initiativen und Vereine durch Sponsoring. Unsere Kooperation 2021 zum 120. Geburtstag der Gutenberg-Gesellschaft soll auch dabei helfen, die Bedeutung Gutenbergs und des Gutenberg-Museums für unsere Stadt noch stärker im Bewusstsein der Menschen zu verankern.“

Oberbürgermeister Michael Ebling zeigt sich als Präsident der Gutenberg-Gesellschaft sehr erfreut über die Zuwendung. „Die Gutenberg-Gesellschaft erforscht seit ihrem Bestehen die Geschichte und Entwicklung der Drucktechnik und der schriftorientierten Medien. Die weltweit anerkannte Institution hat heute rund 700 Mitglieder in über 30 Ländern und ist ein wichtiger Repräsentant des Erbes Gutenbergs in der Welt. Die Zuwendung ist eine nachdrückliche Anerkennung der Arbeit der Gesellschaft als auch des beliebten Weltmuseums, das sich im Umbruch befindet und sich baulich wie konzeptionell neu für die Zukunft ausrichtet. Mit dieser Zuwendung kann die Gutenberg-Gesellschaft in diesem Prozess für massiven Rückenwind sorgen“, so Ebling.

Dr. Annette Ludwig: „Auch ich freue mich sehr über diese Zuwendung und danke den Mainzer Stadtwerken und allen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr herzlich. Das Gutenberg-Museum, 1900 von der Mainzer Bürgerschaft gegründet, wurde seither immer wieder durch bürgerschaftliches Engagement in Form vom Spenden oder anderen Zuwendungen, aber auch durch ehrenamtliche Arbeit unterstützt. Wir sind dankbar für die Wertschätzung unserer Arbeit für jährlich rund 160.000 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt. Die Unterstützung der Mainzer Stadtwerke ist gerade jetzt sehr wichtig, um an der Wiege des europäischen Buchdrucks ein neues, zeitgemäßes Museum zu errichten, auf das die Welt blickt und auf das alle Mainzerinnen und Mainzer stolz sein können.“

Dr. Annette Ludwig, Direktorin,
Tel. 06131 / 12 26 40, E-Mail: gutenberg-museum@stadt.mainz.de

Martina Illner, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Tel. 06131 / 12 26 79, E-Mail: martina.illner@stadt.mainz.de

Mainz, den 26.08.2021
Dr. Annette Ludwig

 

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