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Sonderausstellung des Gutenberg-Museums zeigt Druckgrafiken des 20. Mainzer Stadtdruckers Tobias Gellscheid

“Nocturne”, (Tobias Gellscheid, 2015) © Gutenberg-Museum/Tobias Gellscheid

„Road to Nowhere – Druckgrafiken von Tobias Gellscheid“  heißt die neue Ausstellung, die pnademiebedingt jetzt erst am 19. Januar 2022 eröffnet wurde. Diese Schau zeigt einen repräsentativen Querschnitt durch das Werk des von 2018 bis 2019 amtierenden Mainzer Stadtdruckers und ist von 20. Januar bis 22. Mai 2022 zu sehen. weiterlesen

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In Mainz gedruckte Noten erober(te)n die Welt. Verlängerung der Ausstellung bis 9. Januar 2022

Quelle: Gutenberg-Museum Mainz

Nach dreimaliger coronabedingter Verschiebung und Neuorganisation konnte die schon für 2020 geplante Sonderausstellung „Noten für die Welt“ am 15. Juli eröffnet werden. Aufgrund des großen Besucherinteresses wurde jetzt entschieden, die Ausstellung bis 9. Januar 2022 zu verlängern. Mit der Schau, die einen Bogen spannt von den Neumen des Mittelalters bis hin zu den Notationen des 20. und 21. Jahrhundert, würdigt das Gutenberg-Museum das 250-jährige Jubiläum des Mainzer Schott-Verlags, das 2020 feierlich begangen werden sollte. Die Schau gibt mit einem Abriss der Notationsgeschichte  einen Überblick über wichtige Stationen der 250-jährigen Geschichte des Schott-Verlages, der 1770 von Bernhard Schott in Mainz gegründet wurde und heute als einer der ältesten und traditionsreichsten Musikverlage der Welt gilt.

Vor 250 Jahren gründete Bernhard Schott 1770, dem Geburtsjahr Ludwig van Beethovens, in Mainz den Schott-Verlag, der heute zu den ältesten und traditionsreichsten Musikverlagen der Welt zählt. Gezeigt werden neben Highlights aus dem Archiv des Schott-Verlags hochkarätige Leihgaben aus dem Germanischen Museum Nürnberg und der Bayrischen Staatsbibliothek. weiterlesen

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Veranstaltungen im Museum für Druckkunst in Leipzig

Museum für Druckkunst Leipzig. Quelle: https://www.druckkunst-museum.de

Das Druckmuseum in Leipzig gibt bekannt, dass noch bis zum 12.9.  die Ausstellungen „RevierWechsel“, „Ton – Holz – Blei“ und „From Futura to the Future“ zu sehen sind. Zum Abschluss von „RevierWechsel“ finden verschiedene Veranstaltungen statt.

Ab 6.9. ist der Drucksaal des Museums wieder Schauplatz von „Let’s print in Leipzig“. Bereits zum vierten Mal nutzen neun internationale Künstlerinnen und Künstler zwölf Tage die Werkstätten des Museums und Sie können ihnen dabei über die Schulter schauen. Eine anschließende Ausstellung präsentiert ab 19.9. die Ergebnisse. In den kommenden Monaten können Sie außerdem unsere Artists in Residence erleben. Fünf Künstler/innen arbeiten jeweils vier Wochen an den Pressen des Museums. Eine Ergebnisausstellung folgt im Frühjahr 2022.
Es lohnt sich auch ein Blick in unseren Kalender, um Führungen oder Workshops nicht zu verpassen, zum Beispiel am Tag es offenen Denkmals am 12.9.

Veranstaltungen zum Abschluss von “Revierwechsel”

7.9., 15 Uhr  Führung 60+ (halber Eintritt für Besuchende ab 60 Jahren)

10.9., 18–20 Uhr
Trinationales Künstler/innengespräch und Finissage (Eintritt frei, bitte anmelden)
Es diskutieren: Aafke Ytsma und Wendelien Schönfeld (NL), Sebastian Utzni und Georges Wenger (CH), Susann Hoch und Bettina van Haaren (D), Moderation: Susanne Richter (Museum für Druckkunst) und Imke Harjes (Bund Bildender Künstler Leipzig).
Künstlerische Druckgrafik hat in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden eine lange Tradition. Im aktuellen Kunstgeschehen der drei Länder ist ihre Rolle jedoch sehr unterschiedlich. Wohin entwickelt sich die Druckgrafik in den nächsten Jahren? Welche Themen sind in den drei Ländern gerade virulent? Welchen Stellenwert hat die Druckgrafik im eigenen künstlerischen Schaffen? Diese und andere Fragen werden im trinationalen Künstler/innen-Gespräch diskutiert. Fragen aus dem Publikum sind herzlich willkommen.

Weitere Termine

Jeden Dienstag, 14–17 Uhr: Offene Werkstatt Letterpress, Infos

Jeden Donnerstag, 14–17 Uhr: Offene Werkstatt Radierung, Infos

The New Old – Hochdruck-Workshop mit Dafi Kühne

25.9., 10–17 Uhr, Infos
Im Rahmen des Busyhandsfest.

Let’s print in Leipzig 4

Öffentlicher Workshop: 6.–17.9.
Ausstellungsdauer: 19.9.–14.11.2021
Soft Opening am 17.9., 17–20 Uhr, Infos

36. Leipziger Grafikbörse. hortus secretus – der geheime Garten

10.10.–21.11.2021
Soft Opening am 8.10., 17–20 Uhr, Infos

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Ausstellung zu Braking News Making News und Faking News im Zeitungsmuseum in Wadgassen noch bis 31. Dezember 2021

Die Ausstellung Breaking News Making News Faking News im Deutschen Zeitungsmuseum in Wadgassen widmet sich einem aktuellen Thema des öffentlichen Diskurses. Auch wenn der Untertitel, Von Gutenberg zu Trump. Eine medienkritische Ausstellung,  auf den ersten Blick überholt anmutet; dieser Eindruck täuscht. Die Ausstellung beleuchtet den Diskurs über die Presse aus historischer Perspektive, zeigt Kontinuitäten auf, legt aber einen besonderen Wert auf sprachliche Differenzierungen, die dabei helfen können, den aktuellen öffentlichen Diskurs über Pro und Kontra von Corona-Impfungen bis hin zu damit einhergehenden Verschwörungstheorien strukturierter zu begegnen.

Passend zu der historisch ausgerichteten Thematik gibt Dr. Harry Neß zwei Literaturempfehlungen und bespricht diese anschließend in diesem Blog-Beitrag.

1. Moritz Rauchhaus & Tobias Roth (Hrsg. u. Einf.): Feindflugblätter des Zweiten Weltkriegs. Verlag Das Kulturelle Gedächtnis. Berlin 2020. Preis: 28,00 EURO.

2. Roger Münch (Hrsg.): BREAKINGNEWSMAKINGNEWSFAKINGNEWS – Von Gutenberg zu Trump. Katalog des Deutschen Zeitungsmuseums. Wadgassen 2021. Bestellung: www.deutsches-zeitungsmuseum.de. Preis:  29,90 Euro plus 5,00 EURO Versand.

Von Flugblättern und Faking News

Das „Feindflugblatt“ ist kein Objekt von Nebenkriegsschauplätzen, sondern ist ein strategisch wichtiges Element der psychologischen Kriegsführung. Wie kaum eine andere Drucksache ist es ambivalent: Sein Besitz kann Leben retten, aber auch das Leben kosten.

Alleine 20.000 unterschiedliche Flugblätter, die im Zweiten Weltkrieg als Propaganda und als Passierscheine über feindliche Frontlinien hinweg zum Einsatz kamen, lassen sich in der Sammlung historischer Drucke der „Staatsbibliothek zu Berlin“ finden. Sie wurden meist in der Muttersprache der jeweils gegnerischen Kriegspartei verfasst, um den Feind zu motivieren, den Kampf aufzugeben. Teilweise wurden sie direkt an der Front verfasst, auf mitgeführten LKW’s und später in Eisenbahnwaggons im Hoch- oder Flachdruckverfahren gedruckt. Ihre Auflage in oft sechsstelliger Höhe wurde danach mit Verschussgeräten von Flugzeugen abgeworfen oder mit Granatwerfern über die feindlichen Stellungen hinweg gebracht.

In dem Buch „Feindflugblätter des Zeiten Weltkriegs“ wurden für eine exemplarische Sammlung 84 amerikanische, britische, deutsche, französische und sowjetische Flugblätter zusammengestellt, sorgfältig editiert und – wo nötig – übersetzt. Zu jeder Abbildung finden sich auf der Seite Angaben zu Absender und Empfänger, Abwurfdatum, Abwurfort, Abmessung, Auflage und jeweiliger Skalierung. Gegliedert ist das Werk des in Bildern gefassten Lügens und Grauens nach Themen wie beispielsweise Kapitulation, berühmte Autoren und Karikaturisten, Weiße Rose, Pin-up und Erotik, Popkultur und Antisemitismus. Ergänzt werden die ausgewählten Flugblätter von reproduzierten Schwarzweiß-Fotografien, die das Innere der Frontdruckereien, die Aktivitäten des Transports und des Abwurfs zeigen.

Um den historischen Hintergrund dieser tiefen Einblicke in die „Propagandamaschine“ zu vertiefen, sollte die Ausstellung „BREAKINGNEWSMAKINGNEWSFAKINGNEWS“ im Deutschen Zeitungsmuseum besucht bzw. der dazu gehörige Katalog in die Hand genommen werden. Er führt die Leser:innen an Beispielen und mit medienkritischen Fachaufsätzen in den geschichtlichen Entstehungskontext von Flugblättern bzw. der „Neuen Zeitungen“ ein, zum objektiven Zweck ihres Drucks beispielsweise in der frühen Neuzeit, der Reformation und des Dreißigjährigen Krieges.

Ihr Erscheinen und ihre Verbreitung waren schon sehr früh von oftmals manipulativer Absicht geprägt. Das betraf den Bericht über politische und militärische Ereignisse, aber auch den über sensationelle Geschehnisse wie Naturkatastrophen, medizinischen Abnormitäten und Verbrechen. Hier herrschte auch eine Ambivalenz vor, die einer Handelsware: Allein käuferorientiert changieren die Flugblätter zwischen Unterhaltung und Information. Einer konsumorientierten Kontinuität zu der heute Aufmerksamkeit weckenden und Sensationslagen nutzenden Organe der Boulevardpresse, des Trash-TV und manchem Internetportal kann anhand der Ausstellung und des Katalogs gefolgt werden. Das museumsdidaktische kluge Konzept der über Epochengrenzen hinweg geradlinig vorgenommene Materialwahl der aufgenommenen Objekte und  ihre thematische Bearbeitung führt bis in die Gegenwart der neueren Zeitgeschichte, in der von Mediennutzern:innen kaum noch zwischen dargestellter Wirklichkeit, manipulativer Text- und Bildauswahl sowie der dahinter stehenden Wahrheit zu unterscheiden ist.

Beide Veröffentlichungen sollten zusammen gelesen werden, denn sie tragen aus unterschiedliche Perspektive dazu bei, dass der kritische und distanzierte Geist der Vernunft immer wieder fragt, wem nutzen die weitergegebenen Nachrichten und welchen Zwecken werden die dafür zum Einsatz kommenden Werkzeuge der Druck- und Medientechnik unterworfen.

 

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Von Flugblättern und Tageszeitungen

Abbildung 1: Flugblatt mit Abbildung eines Krokodils, Salvator Flaminio, Holzschnitt mit Typendruck, 1563, Frankfurt am Main. Quelle: Sammlung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek
Eine Virtuelle Ausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums, Leipzig

»Zur Geschichte des Zeitungsdrucks« heißt die neue virtuelle Ausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek. Sie überträgt die Ausstellung »370 Jahre Zeitungsdruck in Leipzig« in die Online-Welt und wurde zusammen mit der Deutschen Digitalen Bibliothek realisiert.

Die Ausstellung umfasst den Zeitraum von den Vorläufern der Zeitung – den Flugblättern der frühen Neuzeit – bis zur heutigen Tagespresse im digitalen Umfeld. Sie spannt den Bogen von der ersten Tageszeitung der Welt, die 1650 von dem Leipziger Verleger Timotheus Ritzsch veröffentlicht wurde, bis hin zu den drucktechnischen Innovationen der Industrialisierung. weiterlesen

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