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Handsatz und Buchdruck wandernd erlernen – „Walz für Handsatz und Buchdruck 2023“

Walzstipendium

Es ist wieder soweit, der Verein für die Schwarze Kunst schreibt wieder ein Walzstipendium aus. Insgesamt waren nun schon 24 Personen auf der Walz in den verschiedensten Werkstätten in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz. Die Mitarbeiter der Werkstätten haben 48 Monate an Arbeitszeit kostenlos zur Verfügung gestellt. In dieser Zeit sind außergewöhnliche Projekte entstanden: Plakate über Frauen im Graphischen Gewerbe, ein Büchlein über die Speis, im Handsatz gesetzt mit gebrochenen Schriften. Weiterhin Bieretiketten mit Themen aus dem Buchdruck, ein Kalender mit Linolschnitten, gedruckt mit verlorener Platte, ein Buch über den Kauz, eines über Ringelnatz und weitere typographische Kleinode.Im nächsten Jahr beteiligen sich schon 20 Werkstätten an dieser erfolgreichen Aktion. Gespräche werden noch geführt mit einer Werkstatt in Kairo, einer in Wien und mit einer in Amsterdam. Zwei Stipendiatinnen, mittlerweile Handbuchbindemeisterinnen, haben sich jeweils eine Bleisatz- und Buchdruckwerkstatt eingerichtet.

Die offizielle Ausschreibung 2023 gibt es hier: Ausschreibung_2023.pdf (24 Downloads)
Liste der teilnehmenden Werkstätten hier: Werkstätten_2023.pdf (21 Downloads)

Interessenten wenden sich bitte an:
Manufaktur Willi Beck für Bleisatz und Buchdruck,
Oskar-von-Miller-Strasse 5a
85221 Dachau
Telefon 08131.6020
0160 97925636
willi@beckundbeckdesign.de
auf Facebook Manufaktur Willi Beck

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Zwischen Morsecode und digitaler Fonttechnologie Teil 6: Typografie nach Augenmaß und Typomaß

Teil 6: Typografie nach Augenmaß und Typomaß

Die analoge Typografie: Bleilettern mit Winkelhaken und Typometer

Gutenberg hat nicht den Druck erfunden; den beherrschten die Chinesen bereits 600 Jahre vor ihm. Gutenberg hat die Typografie erfunden und dazu zählt all das, was heute in modernen Lehrbüchern, etwas geschichtsvergessen, in Mikrotypografie und Makrotypografie unterteilt wird. Seit der Erfindung Gutenbergs hat sich ein typografisches Wissen akkumuliert, das kein Verfallsdatum kennt. Die Fonttechnologie wurde durch Fotosatz, Lichtsatz, Desktop Publishing (DTP) und Web-Publishing mehrmals revolutioniert, aber die analoge Typografie Gutenbergs hat in der Digitalität der Fonttechnologie weiterhin ihre Gültigkeit behalten. Durch Maß und Zahl wurden zwar die technischen Werkzeuge der Typografie revolutioniert, nicht aber ihre grundlegenden Parameter.

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Immaterielles UNESCO-Kulturerbe des Buchbinderhandwerks nun auch in Deutschland anerkannt

Heftlade

 „Wir sind stolz, dass auf unseren Antrag hin das Buchbinderhandwerk mit in den Kreis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden ist…“ [1]

So äußerte sich Maik Beckmann, Vorsitzender des Bundes Deutscher Buchbinder zur Aufnahme des Buchbinderhandwerks in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes durch die deutsche UNESCO-Kommission. So geschehen am 19. März 2021. Neben der Morsetelegrafie und den Künstlerischen Drucktechniken des Hochdrucks, Tiefdrucks, Flachdrucks und Durchdrucks ist mit dem Buchbinderhandwerk ein weiteres Kulturerbe in die Liste aufgenommen worden, das der Kulturgeschichte der Medien zuzurechnen ist.

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Druckkunst und Kunst in der Lithographie-Werkstatt Eichstätt

Li Portenlänger druckt die Arbeit von Renate Gehrcke, Pappenheim

Im vergangenen Jahr widmete Li Portenlänger den Jahresdruck 2019 der Lithographie-Werkstatt Eichstätt dem Hofbaumeister und italienischen Architekten Maurizio Pedetti. Anlass war dessen 300jähriger Geburtstag. Von 1750 bis zu seinem Tode 1799 war Pedetti unter vier Fürstbischöfen Hofbaudirektor und Hofkammerrat in Eichstätt. Pedetti war der letzte Hofbaumeister des Fürstbistums Eichstätt an der Wende vom Rokoko zum Klassizismus.

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Bilderdruck als Druckkunst

Der Formschneider. Quelle: Wkipedia

An den Umstand, dass Drucken und Kunst einmal in enger Verbindung gestanden haben, daran erinnert das heute noch weithin bekannten Synonym für „Drucken“ als „Schwarze Kunst“. Hinzu kommt die Erinnerung an die seit 1740 verbriefte Begrüßung der Zunftgenossen der Buchdrucker-, Schriftsetzer und Lithografen mit „Gott grüß‘ die Kunst“, auf den mit „Gott grüße sie“ zu antworten war. Mit der „Schwarzen Kunst“ ist nicht Magie oder Zauberei moderner Technologien gemeint, sondern die schwarze Druckfarbe, die zur Einfärbung von Druckformen verwendet wurde, um das Bild meist einfarbig auf Papier zu vervielfältigen. Farbig wurden die gedruckten Bilder der Frühzeit erst durch nachträgliche manuelle Einfärbung, später auch durch andere druckgrafische Verfahren, die in diesem Beitrag erläutert werden.

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Tag der Druckkunst

Drucken + Kunst = Druckkunst

Jeweils am 15. März findet jährlich bundesweit der Tag der Druckkunst statt, um auf die Bedeutung des immateriellen UNESCO-Kulturerbes der Künstlerischen Drucktechniken aufmerksam zu machen.

„Gedruckte Text- und Bildmedien sind seit mehr als 500 Jahren Teil der europäischen Kultur und Wissensgesellschaft. In Deutschland stehen Johannes Gutenberg und Albrecht Dürer stellvertretend für die Anfänge dieser Innovation.“[1]

Zugleich stehen diese beiden Namen für eine kulturgeschichtlich gewachsene Doppeldeutigkeit des Kunstbegriffs. Diese Doppeldeutigkeit reflektiert dieser Beitrag.

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