Gutenberg-Museum macht auf der „art Karlsruhe“ Druck

Unter dieser doppeldeutigen Überschrift bewirbt das Gutenbergs-Museum Mainz seine Präsenz auf der Karlsruher Kunstmesse „art Karlsruhe“ für Klassische Moderne und Gegenwartskunst. Die Messe findet vom 13.02. bis 16. 02. 2020 auf dem Messegelände in Karlsruhe statt. Sie bietet mit ihren jährlich 50 000 Besucherinnen und Besuchern mit mehr als 200 Ausstellern ein umfangreiches Angebot von Galerieprogrammen über One-Artist-Shows bis zu einem vielseitigen Rahmenprogramm.

Gegenwart(skunst) nimmt das Gutenberg-Museum mit seiner Präsentation wörtlich. Mit einem „Druckladen“ können von den Besuchern der Messe unter Anwesenheit fachkundlicher Anleitung Postkarten mit den Insignien des Bauhauses eigenständig bedruckt werden. Der Druck der Postkarte macht auf die bis einschließlich 22. März 2020 verlängerte aktuelle Sonderausstellung des Gutenberg-Museums in Mainz zum 100. Geburtstag des Bauhauses aufmerksam. Die Ausstellung – „ABC Avantgarde-Bauhaus-Corporate Design“ ist der zentrale Beitrag des Landes Rheinland-Pfalz zum Bauhaus Jubiläumsjahr.

Der Brückenschlag ist subtil. Mit dem Zitat der Bauhauskünstlers Lázló Moholy-Nagy

„Die Typografie ist ein Instrument der Mitteilung“

und Carl Zaubitzer

„(Es wäre) für die Zukunft besser, das weibliche Geschlecht von der Druckerei fernzuhalten“

entsteht ein zweiter, eher virtueller Druck. Trotz ihrer modernen Konzepte bleiben die Bauhauskünstler in ihrem Denken über die Rolle der Frau und in der Praxis ihrer Akademiegepflogenheiten in den gesellschaftlichen Bedingungen des frühen 20. Jahrhunderts stark verhaftet. So dichtete der Bauhauskünstler Oskar Schlemmer in Dessau den Vers:

„Wo Wolle ist, ist auch ein Weib, das webt, und sei es nur zum Zeitvertreib.“

Folgerichtig war die Weberei des Bauhauses ab 1920 eine reine Frauenklasse.

Das Bauhaus hat mit seiner 1925 in Dessau gegründeten Werkstatt für „Druck und Reklame“ auch den Grundstein für eine Ausbildung im Feld der „Reklame“ gelegt. Dafür steht in der Sonderausstellung des Gutenbergs-Museums das „C“ für Corporate Design im Titel der Ausstellung. Hinter dem Corporate Design verbirgt sich die Einheitlichkeit der Gestaltung für eine Marke.

Reklame nannte es das Bauhaus, noch ohne den negativen Beigeschmack, den wir heute dabei empfinden. Heute nennen wir es Werbung. Fokussierte das Bauhaus die „Reklame“ noch auf die Typografie, so weitete die spätere Werbung ihre Wirkungen auf das Bild aus. Die Rolle der Frau in der Werbung wird darin nicht besser. Von der treusorgenden Hausfrau zum Sexobjekt in der Werbung. Der Künstler der Pop-Art wie beispielsweise Mel Ramos thematisiert mit seinen Grafiken diese „steile Karriere“ der Frau in der Werbung. Seine Werke sind u.a. auf der art Karlsruhe ausgestellt.

Wie auch immer sich die Kultur der letzten 100 Jahre gewandelt hat, sie braucht weiterhin Druck und das im doppelten Sinn, durch den typografischen Druck ebenso wie durch die Avantgarde der Frauen und Me too. Kunst und Druckkunst sind dafür die richtigen Vehikel.


PRESSEMITTEILUNG

Gutenberg-Museum kommt
bei Kunstmesse-Besuchern gut an

Zahlreiche Interessierte bedrucken am Stand des Weltmuseums

Postkarten mit Bauhaus-Insignien.

Mainz/Karlsruhe. Auf sehr großen Zuspruch trifft der Stand des

Gutenberg-Museums auf der Kunstmesse “art KARLSRUHE“, auf der sich das Weltmuseum der Druckkunst noch bis Sonntag, 16. Februar, präsentiert. Zahlreiche Kunstsammler, Museumsfachleute und andere Interessierte nutzten bereits an den ersten beiden Messetagen das Angebot, am Stand H1/V11 unter fachkundiger Anleitung mit Zitaten berühmter Bauhäusler versehene Postkarten mit bunten Bauhaus-Insignien zu bedrucken und sich gleichzeitig über die vielfältigen Angebote des Gutenberg-Museums in Mainz zu informieren.

„Wir sind beeindruckt von der großen Resonanz auf unseren Messeauftritt“, erklärt Museumsdirektorin Dr. Annette Ludwig. „Und davon, dass unser Angebot mit dem Schwerpunkt ,Druckgrafik‘ so vielen Besuchern Lust macht, nach Mainz zu kommen und unser Museum, sowie die Sonderausstellung, die wir noch bis einschließlich Sonntag, 22. März zeigen, zu besuchen.“

Ansprechpartner:

Dr. Annette Ludwig, Direktorin, Tel. 06131 / 12 26 40, E-Mail:

gutenberg-museum@stadt.mainz.de

Brigitte Specht, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 06131 / 12 42 36 ,

E-Mail: brigitte.specht@stadt-mainz.de

Mainz, den 14.02.2020


Dr. Annette Ludwig

Direktorin

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Wollen wir mal hoffen, dass sie dort die »richtige« Bauhaus-Schrift verschriftlichen und präsentieren! Bei der Ausstellung im Gutenbergmuseum wurde tatsächlich behauptet die AG wäre am Bauhaus verwendet worden. Ein Gespräch mit dem Kurator und dem Setzerei-Leiter des Museums hat dann ergeben, dass die Schelter-Grotesk dort nicht einmal zur Verfügung steht.

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